Räume, die nichts von uns wollen

Es gibt Zeiten im Leben, die sind leiser als andere. Zeiten, in denen sich etwas verschiebt. Im Körper. Im Gefühl. Im Vertrauen.

Schwangerschaft gehört dazu. Und manchmal auch das, was nicht bleibt.

Ich habe lange darüber nachgedacht, was wir in solchen Momenten wirklich brauchen. Und ich glaube, es ist weniger, als wir denken.

Kein „Du musst jetzt stark sein“. Kein „Das wird schon wieder“. Kein schneller Weg zurück.

Sondern etwas anderes. Einen Raum, der nichts von uns will. Kein Funktionieren. Kein Vergleichen. Kein Weiterkommen müssen.

Ein Raum, in dem wir nicht erklären müssen, wie es uns geht. In dem niemand misst, wie weit wir sind. Sondern einfach da sein dürfen.

Ich habe lange gedacht, dass wir Antworten brauchen. Oder Lösungen. Heute glaube ich: Was wir oft brauchen, ist etwas viel Einfacheres. Kontakt. Zum Körper. Zum Atem. Zu uns selbst.

Gerade in sensiblen Lebensphasen verlieren wir diesen Kontakt leicht. Weil so viel im Außen passiert. Weil Erwartungen da sind. Weil Worte manchmal nicht reichen.

Und genau dort kann etwas entstehen, wenn wir wieder still werden. Nicht im Sinne von Rückzug. Sondern im Sinne von Verbindung.

Für mich hat genau dort auch Yoga eine neue Bedeutung bekommen. Nicht als Praxis, die etwas verbessern soll. Sondern als Raum. Ein Raum ohne Zuschauer. Ohne Bewertung. Ohne Ziel.

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